"Village Office" bzw. "Dorfbüro"

Auszug aus der Zeitschrift „Kommunal“:

Die Lockdown-Arbeitserfahrungen als neue Chance für die Ortsmitte:

Die Corona Pandemie hat uns in Sachen Digitalisierung einen Crashkurs verpasst und vieles, was bis vor Kurzem undenkbar schien, ist nun Realität geworden. Breitband-Internet war in den vergangenen Monaten in vielen Orten die Lebensader, das Tor zum Arbeitgeber und zur Welt. Das Arbeiten im Homeoffice hat sich etabliert und ist – wie Co-Working – in der Gesellschaft als Normalität angekommen. Aus einer kurzfristen Lösung zur Überbrückung wird ein Dauerzustand, der räumlich in den eigenen vier Wänden oftmals nur schlecht umsetzbar ist. Darüber hinaus müssen viele alleine arbeiten und verlieren dadurch einen großen Teil ihrer täglichen sozialen Kontakte. Wir haben in der Krise miterlebt, wie lebenswichtig diese Kontakte sind – virtuelle Kontakte können die anlogen Beziehungen nur teilweise ersetzen. Ohne soziales Miteinander ist ein Leben für uns Menschen nicht möglich. Deshalb ist es wichtig, dass wir für die Zeit nach Corona eine neue Qualität des Miteinanders und alternative Möglichkeiten des Dialoges und Austausches aufbauen.

Eine professionelle Infrastruktur, die konzentriertes Arbeiten ermöglicht, sowie der Austausch untereinander bilden attraktive Alternativen zum Büroalltag in den eigenen vier Wänden – und das ohne zu pendeln. So kommt es wieder zu einer stärkeren Bindung an den eigenen Ort: Wer in seinem Dorf ein Dorfbüro nutzt, stärkt die dortigen Nahversorger sowie die Gastronomie und trägt so dazu bei, die Ortskerne wieder zu beleben. Die Wertschöpfung bleibt im Ort.

Nicht mehr täglich in die Ballungsräume fahren zu müssen, führt nicht nur zu mehr sinnvoll nutzbarer Zeit und Lebensqualität für Einzelne, sondern auch zu weniger CO2 in unserer Atmosphäre und zu mehr körperlicher Fitness für jeden Einzelnen, weil im Idealfall der Weg ins öffentliche Büro am Dorfplatz mit dem Fahrrad oder zu Fuß zurückgelegt werden kann.

Statt Papieren und Konzepten braucht es Mut zur Umsetzung. Nach dem Motto: „Pendeln ade, gemeinsam arbeiten, juhe!“

Vollständiger Artikel von Architekt Roland Gruber unter: https://kommunal.at/wieder-mehr-leben-die-gemeindezentren

 

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